story

performance metrics for rehabilitation

sturzprävention

Die Geschichte von reha buddy nahm ihren Anfang mit der Idee von Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Zagler, damals a.o. Univ.-Prof. an der Technischen Universität Wien. Er hatte die Vision, mit technischer Hilfe Stürze erkennen und vermeiden zu können. Das Werkzeug dazu sollte ein sogenannter „elektronischer Schuh“ (später „eSHOE“ getauft) sein. Über die Jahre hat sich die Idee weiterentwickelt, weg vom elektronischen Schuh zur Sturzprävention hin zu einem Paar instrumentierter Schuheinlagen für mobile Ganganalyse.

forschung

Unter der Leitung des außeruniversitären Forschungsinstituts CEIT Raltec von Walter Hlauschek wurden diesen instrumentierten Einlegesohlen eine Reihe von Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Studien durchgeführt (www.raltec.at). Im Zuge der Forschungsarbeiten entstanden u.a. zwei Dissertationen an der TU Wien, ausgeführt von Johannes Oberzaucher („iAssessment – Aspekte eines instrumentierten Sturzrisikoassessments basierend auf einer extramuralen Gang- und Bewegungsanalyse – im Hinblick auf eine Anwendung im Bereich des Ambient Assisted Living“) und Harald Jagoš („Mobile Gait Analysis via instrumented Shoe Insoles – eSHOE – Detection of movement patterns and development of other experimental features“). Betreut wurden die Arbeiten von Wolfgang Zagler und a.o. Univ.-Prof. i.R. DDDr. Frank Rattay. Frau Prim. Prof. Dr. Katharina Pils, die zum damaligen Zeitpunkt Leiterin des Instituts für physikalische Medizin und Rehabilitation des Sophienspitals in Wien war, begleitete die Projekte bzw. Dissertationen aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht. Unter ihrer Leitung wurden zwei klinische Pilotstudien am Sophienspital in Wien durchgeführt.

masterarbeiten

Im Zuge der Zusammenarbeit mit Prim. Pils entstanden eine Reihe von Bachelor- und Masterarbeiten im Studiengang Gesundheits- und Rehabilitationstechnik (MGR) der FH Technikum Wien. Das Technikum Wien, unter der Studiengangsleitung von Martin Reichel, wurde damit zu einem frühen und bedeutenden Forschungspartner. Maßgeblich für den heutigen Erfolg sind dabei u.a. die Arbeiten von Veronika David („Development of Validation Methods for the Mobile Gait and Motion Pattern Analysis System vitaliSHOE“) und Stefan Reich („Development of a software package to gather, analyze and store gait data with the mobile motion analysis system eSHOE“), die tatkräftig in den Bereichen Validierung und Signalanalyse mitgewirkt haben.

projekte

Die jüngsten Projekte sind einerseits das FFG geförderte kooperative Forschungsprojekt „MISTRAAL“ (2013 bis 2015, FFG Proj.-Nummer: 840716) unter der Konsortialführung des Zentrums für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der Medizinischen Universität Wien, in der Person von a.o. Univ.-Prof. Dr. Dietmar Rafolt mit den weiteren Partnern Neurologisches Rehabilitationszentrum Rosenhügel, FH Technikum Wien und A3L e-solutions GmbH. Etwas zeitversetzt wurde dann das FFG Coin Aufbau Projekt „REHABitation“ unter der Leitung der FH Technikum Wien gestartet.

anstoß

Im Zuge des Coin Projekts REHABitation entstanden zuerst eine Bachelor- und in der Folge eine Masterarbeit an der FH Technikum Wien, ausgeführt von Andrés Tkachenko. In den beiden Arbeiten wurde eine Smartphone App für eine spezielle Anwendung der instrumentierten Sohlen entwickelt. Diese App ermöglicht es Feedback zur Verteilung der Belastung (unter den Fußsohlen) zu geben und zu warnen, wenn eine bestimmte Schwelle erreicht bzw. überschritten wird. Die Entwicklung erfolgte auf Anregung von Frau Prim. Dr. Katharina Pils, die die Compliance von Patient_Innen nach einer hüftnahen Oberschenkelhalsfraktur verbessern wollte. Einem Teil dieser Patient_Innen ist es nämlich nur erlaubt einen Bruchteil ihres Körpergewichts auf das operierte Bein zu laden. In der konventionellen Therapie werden die PatientInnen (ein Mal) auf einer Körperwage eingeschult, wie stark sie belasten dürfen. Danach müssen sie sich an das Gefühl der Belastung erinnern und es während der Rehabilitation einhalten. Die Compliance, also das Einhalten dieser Teilbelastungsanweisung, ist sehr schlecht. Nicht weil die PatientInnen es nicht einhalten wollen, sondern weil sie es schlichtweg nicht können. Jedenfalls nicht ohne (laufende) Rückmeldung darüber, wie stark sie ihre Beine belasten. Hier kamen nun die Sohlen zum Einsatz, die auch die Druckbelastung unter der Fußsohle messen können. In Kombination mit einer App auf einem Tablet oder Smartphone konnte in Echtzeit Feedback zur Belastung gegeben und gewarnt werden, wenn die vorgeschriebene Schwelle überschritten wurde. Unter der engagierten medizinischen Begleitung von Dr. Jakob Gaudernak wurde diese Entwicklung dannin einer klinischen Pilotstudie getestet. Die involvierten PatientInnen erzielten mit Hilfe des Echtzeit-Feedbacks sehr viel bessere Ergebnisse (Compliance) als ohne. Auch von Seiten des medizinischen Personals war die Resonanz sehr positiv und es wurde der Wunsch nach weiteren Studien geäußert.
Dies gab den finalen Anstoß aus dem langjährigen Forschungsprojekt ein kommerzielles Produkt zu entwickeln und war damit die Geburtsstunde von reha buddy. In der Übergangsphase vom Forschungsprojekt zum Startup kam mit Paul Kressnik, ein langjähriger Mitarbeiter von Dietmar Rafolt, noch ein viertes Gründungsmitglied ins Spiel, das unser Team optimal ergänzte.